Kartoffeln richtig kochen

Kartoffeln lassen sich auf verschiedene Arten garen. Am bekanntesten ist wohl die Zubereitung als Kartoffelbrei oder Pellkartoffeln. Daneben gibt es aber viele weitere Möglichkeiten, Kartoffeln kochen. So kann man sie etwa auch rösten, dünsten, frittieren oder backen.

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Die ideale Methode, um Kartoffeln richtig zuzubereiten, hängt von der Art der Kartoffeln ab und von den Vorlieben des jeweiligen Kochs. Grundsätzlich sind Kartoffeln aber sehr wandelbar, sodass für jeden Geschmack etwas dabei ist.

Über Kartoffeln

Kartoffeln gehören zu den ältesten von Menschen kultivierten Gemüsesorten. In Deutschland werden etwa 150 Speisekartoffelsorten angebaut. Die beliebten, aber nur bedingt lagerfähigen Frühkartoffeln sind schon zwischen Anfang Juni und Anfang Juli erntereif

. Gut lagerfähige mittlere Sorten werden ab Mitte August und sehr gut lagerfähige spätere Sorten ab September geerntet. Kartoffeln sollten dunkel und gut durchgelüftet bei Temperaturen von 4 bis 12 °C gelagert werden.

kartoffelsorten
Es gibt viele verschiedene Kartoffelsorten.

Festkochen oder mehligkochend

Je nach Gericht musst du beim Einkauf beachten, ob die Kartoffelsorte festkochend, vorwiegend festkochend oder mehlig ist.

  • Festkochende und vorwiegend Sorten wie Nicole, Linda oder Sieglinde sind saftig und schnittfest. Daher eignen sie sich für Pell-, Salz-, Ofen-, Bratkartoffeln, Kartoffelgratin oder Kartoffelsalat.
  • Mehlige Sorten wie Bintje, Irmgard oder Ilona werden beim Kochen aufgrund ihres hohen Stärkeanteils sehr weich und sind deshalb ideal für Kartoffelpüree, Klöße, Eintöpfe oder Kartoffelsuppen.

Kartoffeln vorbereiten und reinigen

Kartoffeln solltest du gründlich unter fließendem Wasser waschen und evtl. mit einer Bürste säubern. Grüne Stellen oder Keimstellen enthalten giftiges Solanin und sollten großzügig weggeschnitten werden. In dem Fall empfiehlt es sich zudem, die Kartoffeln zu schälen, weil Solanin auch ins Kochwasser übergeht.

Die Nährstoffe und Geschmacksstoffe des Gemüses sitzen direkt unter der Schale, weshalb Pellkartoffeln schmackhafter und gesünder sind. Geschält werden sie mit einem Sparschäler nach dem Kochen. Aber die Schale kann auch mitgegessen werden.

Salzkartoffeln musst du vor dem Kochen schälen und dann halbieren oder vierteln. Die Kartoffeln sollten beim Kochen immer möglichst gleich groß sein, damit sie dieselbe Garzeit haben.

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Wie lange müssen ganze Kartoffeln kochen?

Diese Frage hängt sehr von der Zubereitungsart ab und kann nicht pauschal beantwortet werden. Man kann über den Daumen gepeilt sagen:

  • große Kartoffeln (ganze) sind nach etwa 20 bis 25 Minuten gar.
  • halbierte oder geviertelte Kartoffeln brauchen etwa 15 Minuten.

Salz im Kochwasser sorgt dafür, dass Kartoffeln schneller gar werden. Außerdem ist Salz ein Geschmacksträger und erhält weitgehend die Aromen und Geschmacksstoffe. Neben der Größe der Kartoffel hängt die Garzeit auch von der Kartoffelsorte ab.

Tipp:
Wenn du etwas Öl ins Kochwasser gibst, verhinderst du, dass die Kartoffeln überkochen.

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Wie koche ich Kartoffeln? Schritt für Schritt

Du kannst deine Kartoffeln mit Schale oder ohne kochen. Kartoffeln mit Schale müssen etwas länger gegart werden, es bleiben aber mehr Nährstoffe erhalten.

  1. Nachdem du Kartoffeln in einen Kochtopf gegeben hast, bedeckst du sie sehr knapp mit kaltem Wasser oder Brühe. Weniger Wasser ist energie- und zeitsparender. Zudem bleiben mehr Nährstoffe erhalten. Aber wenn du zu wenig Wasser verwendest, garen Kartoffeln nicht gleichmäßig. Bei Salzkartoffeln gibst du etwa 2 bis 3 EL Salz hinzu. Auf den Topf gehört ein Deckel. Auf diese Weise werden Kartoffeln schneller gar.
  2. Dann schaltest du die Herdplatte auf die höchste Temperaturstufe. Sobald das Wasser kocht, verringerst du die Temperatur und lässt die Kartoffeln ohne Deckel je nach Größe noch etwa 15 bis 30 Minuten lang köcheln.
  3. Garprobe: Wenn du mit einem Gemüsemesser bis zur Hälfte in eine Kartoffel stechen. Wenn sie mühelos wieder von der Klinge gleitet, sind die Kartoffeln gar.
  4. Dann nimmst du den Topf vom Herd, gießt das Kochwasser ab und kannst sie je nach der weiteren Zubereitung mit kaltem Wasser abschrecken und/oder weiterverwenden.

Übrigens: wenn du dich fragst, wie lange Kartoffeln für Kartoffelsalat kochen müssen: Koche sie mit Schale und für etwa 20 Minuten.
Sie sollen noch etwas bissfest sein, denn sie ziehen in der Marinade noch nach.
Das gleiche gilt für Bratkartoffeln.

Rezeptideen: Die besten Rezepte für Kartoffelsalat

Im Schnellkochtopf werden Kartoffeln schneller gar

Wenn du einen Schnellkochtopf verwendest, benötigst du weniger Wasser und Energie. Schichte 500 g Kartoffeln in den Siebeinsatz und gib etwa 300 ml Wasser und Salz hinzu. Dann erhitzt du den Topf auf höchster Stufe und verringerst die Temperatur wieder, wenn sich im Inneren des Topfes der Druck aufgebaut hat.

Nach etwa acht Minuten kannst du den Herd ausschalten. Durch den Dampf im Topf garen die Kartoffeln weiter. Sobald der Druck im Topf abgebaut ist, nimmst du ihn vom Herd. Jetzt kannst du das Kochwasser abgießen und die Kartoffeln mit kaltem Wasser abschrecken.

In der Mikrowelle garen

Um Zeit zu sparen, kannst du gewaschene, nasse Kartoffeln in ein für die Mikrowelle geeignetes Gefäß geben, sie abdecken und bei 600 Watt etwa zehn Minuten lang garen. Auf diese Weise gehen keine Nährstoffe verloren. Schneide sie am besten in kleinere Stücke. Allerdings musst du die Kartoffeln nach dem Garen salzen.

Grillkartoffeln

grillkartoffeln

Grillen ist eine der beliebtesten Methoden, um Lebensmittel zuzubereiten – und Kartoffeln grillen ist besonders einfach. Wasche die Kartoffeln vorher gründlich ab. Du kannst sie im Ganzen grillen, einzeln in Alufolie wickeln und in der Glut garen oder halbieren und dann auf dem Rost grillen.

  1. Reibe die gewaschenen Kartoffeln mit etwas Öl ein, damit sie nicht anbrennen. Alternativ kannst du sie einzeln in Alufolie wickeln. So wird verhindert, dass die Haut anbrennt und bitter wird.
  2. Grille die Kartoffeln nun auf jeder Seite etwa 10 Minuten lang, bis sie goldbraun und weich sind.
  3. Wenn du sie in die Glut des Grills legst, drapiere die größten Kartoffeln mittig und die kleineren mehr am Rand. Lasse sie etwa 30 Minuten in der Glut.

Rezeptideen: Scharfe Kartoffelspieße vom Grill

Kartoffeln im Ofen garen

Ofenkartoffeln brauchen wie Grillkartoffeln bei 220 °C je nach Größe und Sorte mindestens 30 Minuten bis 60 Minuten Garzeit. Dafür heizt du den Ofen vor und wickelst die ungeschälten, gewaschenen Kartoffeln jeweils in Alufolie ein. Zum ersten Mal kannst du nach 30 Minuten eine Garprobe machen und dafür beispielsweise auch einen Schaschlikspieß verwenden.

Schneller zubereiten kannst du Kartoffelspalten und -würfel. Dafür schneidest du die Kartoffeln mit Schale oder geschält in dicke Scheiben oder viertelst sie und legst sie auf ein mit Alufolie ausgelegtes Backblech. Die ungeschälten Kartoffeln werden bei 200 °C nach etwa nach 20 Minuten gar.

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Rezeptideen: BBQ-Kartoffelecken aus dem Backofen

Kartoffeln frittieren

Pommes Frites, French Fries oder Fritten – frittierte Kartoffelspalten sind ein Klassiker! Kartoffeln richtig frittieren, ist gar nicht so schwer, wie es vielleicht auf den ersten Blick scheinen mag. Hier einige Tipps, die du beim Frittieren von Kartoffeln beachten solltest:

1. Schälen oder ungeschält frittieren?

Wenn du deine Kartoffeln ungeschält frittierst, hat das den Vorteil, dass diese nicht ganz so durchweichen. Allerdings müssen sie dann etwas länger frittieren werden.

Wenn du die Kartoffeln zum Frittieren schälst, achte darauf, dass diese nicht zu dick geschnitten werden. Denn sonst weichen die Kartoffeln beim Frittieren zu sehr auf.

2. Welche Öle eignen sich für die Kartoffeln?

Beim Frittieren von Kartoffeln solltest du auf hochwertige Öle setzen, da diese einen besseren Geschmack haben und länger haltbar sind als billige Öle. Am besten eignet sich hierfür Sonnenblumenöl oder Rapsöl.

Das Öl für die Kartoffeln sollte auf eine Temperatur von etwa 170° C erhitzt werden. Für ein Kilogramm Kartoffeln benötigst du etwa 250 ml Öl. Die Kartoffeln sind fertig, wenn diese eine goldbraune Farbe angenommen haben.

Geriebene Kartoffeln

Geraspelte Kartoffeln eignen sich hervorragend, um Suppen, Saucen und Eintöpfe zu verfeinern. Sie lassen sich aber auch gut als Beilage zu Hauptgerichten servieren. Wer gerne Kartoffeln isst, wird von den geraspelten Varianten begeistert sein. Mit etwas Öl und Gewürzen kann man die Kartoffeln prima in Szene setzen.

Ein Klassiker ist der Kartoffelpuffer oder Rösti. Hierzu werden die Kartoffeln gerieben, mit Ei, Mehl und Salz vermischt und in heißem Öl goldbraun ausgebacken. Schmecken prima zu Bratensauce oder Apfelmus. Guten Appetit!

Dampfgaren

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Kartoffeln lassen sich im Dampfgarer sehr gut garen. Wenn man Kartoffeln mit Schale gart, bleibt diese etwas knackiger. Wer es lieber etwas weicher mag, der sollte die Kartoffeln ohne Schale dampfgaren. Wichtig ist, dass man die Kartoffeln vorher gut wäscht.

Wasche die Kartoffeln gründlich und schneide sie in Scheiben, Stücke oder lasse sie ganz.

  1. Lege die Kartoffeln in das Rost des Dampfgarers und gib etwas Wasser hinein.
  2. Gare die Kartoffeln auf mittlerer Stufe für ca. 10 Minuten, bis sie weich sind.
  3. Nimm die Kartoffeln heraus und serviere sie.

Achtung: Beim Öffnen des Dampfgarers entweicht sehr heißer Wasserdampf. Lasse alles erst etwas abkühlen.

Vakuumieren

Wenn du Kartoffeln vakuumiert garst, können kannst du die Garzeit um bis zu 50% reduzieren. Kartoffeln bei niedriger Temperatur (Sous-Vide) zu garen ist eine hervorragende Methode, um Vitamine und Nährstoffe zu erhalten. Besonders gut klappt das bei Kartoffeln mit Schale.

Die Schale verhindert dabei, dass Flüssigkeit und Aroma aus den Kartoffeln entweicht. Wenn du deine Kartoffeln vakuumiert garst, achte darauf, dass sie nicht zu weich werden. Die Garzeit hängt von der Größe der Kartoffeln ab, je größer, desto länger müssen Sie sie garen.

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