Tipps für die richtige Weinlagerung

Manche Dinge werden alt, Wein wird reif. Damit er dann auch noch schmeckt, ist es wichtig, den Wein korrekt zu lagern. Sonst verliert er seine Qualität, wird schlecht statt reif. Hier kommen ein paar Tipps, wie du Wein am besten lagerst und worauf du achten solltest.

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Traditionell erfolgt die Weinlagerung in einem kühlen, leicht feuchten Keller, der ganzjährig gleichbleibende Temperaturen und eine gleichbleibende Luftfeuchtigkeit garantiert. Da aber nicht jeder von uns einen solchen Keller zur Verfügung hat, müssen Alternativen her.

Denn Wein kann auch ohne einen solchen Weinkeller gut gelagert werden. Wie das geht, zeigt ein Blick in die Weinkeller und auf die Bedingungen, die dort herrschen.

Perfekte Bedingungen für Wein

Geruchsneutral, kühl und feucht – so fühlt sich Wein wohl! Die Bedingungen in einem traditionellen Keller sind für Wein hervorragend:

  • es ist gleichmäßig kühl (etwa um die 10 bis 12 °C)
  • die Luftfeuchtigkeit ist eher hoch (50 -70%)
  • Keller sind in der Regel erschütterungsfrei
  • sie sind lichtgeschützt
  • es gibt keine vorherrschenden, starken Gerüche
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Klassischer, großer Weinkeller.

Solche Bedingungen finden sich allerdings in modernen Kellern eher selten, die alten, oft unisolierten Vorratskeller sind modernen Wohnräumen unter der Erde gewichen. Weinliebhaber lagern ihren Wein deshalb am besten in einem Weinklimaschrank, manchmal auch als Weinkühlschrank bezeichnet.

Merke:
Je höher die Umgebungstemperaturen sind, desto schneller reift der Wein. Das bedeutet: Ist es im Schlafzimmer oder im Weinkühlschrank wärmer, kann der Wein nicht so lange gelagert werden, sondern muss schneller getrunken werden. Ist es kühler, reift der Wein ein paar Jahre länger.

Doch was kann so ein Weinklimaschrank?

Weinkühlschränke für die heimische Weinlagerung

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Gefüllter Weinkühlschrank.

Ein Weinkühlschrank stellt durchgehende, ideale Bedingungen für die Weinlagerung her. Alles was du dazu brauchst sind ein ebener Standort, einen Stromanschluss und genug Platz. Es gibt verschiedene Modelle, die je nach Trinkgewohnheiten eine oder zwei Temperaturzonen haben.

So können unterschiedliche Weine in ihrer idealen Temperatur gelagert werden. Dazu erfährst du weiter unten noch mehr.

Weinklimaschränke können das Klima immer nur im Ausgleich zu den um den Weinkühlschrank herum herrschenden Bedingungen stabil halten. Je gleichmäßiger diese sind, desto gleichmäßiger fallen auch die Bedingungen im Weinkühlschrank aus.

Jeder Weinkühlschrank Ratgeber betont es deshalb: Der Schrank muss an einem kühlen Platz in der Wohnung stehen, sollte möglichst keinen Temperaturschwankungen ausgesetzt werden.

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Lagerung ohne Weinklimaschrank

Wer jedoch keinen Weinkühlschrank in der Wohnung haben will, findet den idealen Ort für hochwertige Weine schnell: das Schlafzimmer. Nicht lachen – unter dem Bett fühlen sich Weine wohl.  

Denn im Schlafzimmer sind die Temperaturen in der Regel eher niedrig. Das gilt natürlich nur für Schlafzimmer, die nicht direkt unter dem Dach liegen. Die meisten Menschen schlafen ganzjährig sehr gerne bei etwa 16° C und bei einer mäßigen Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60%.

Das ist das Schlafklima, das Ärzte und Ärztinnen für eine erholsame Nachtruhe empfehlen – und das ist auch das Klima, das dem Wein guttut.

Vermeide Licht

Wie oben schon erwähnt, mag Wein kein Licht. Deshalb füllen viele Winzerbetriebe den Wein in braune oder grüne Flaschen ab, neuerdings sind auch schwarze und blaue Glasflaschen häufiger zu finden.

Einige Inhaltsstoffe des Weins reagieren auf Licht, die Strahlen setzen chemische Reaktionen in Gang. Um das zu vermeiden, sollten Weine grundsätzlich dunkel gelagert werden.

Vermeide auch starke Gerüche

Gerüche, wie beispielsweise Essen oder Farbe, setzen keine chemischen Reaktionen in Gang. Sie können aber über (Natur-)Korken in die Weinflasche gelangen und den Geschmack des Weines verfälschen oder gar verderben.

Gerüche sind aromatische Verbindungen, die als feinste Teilchen in der Luft enthalten sind. Der Korken kann diese Moleküle aufnehmen und über feinste Zwischenräume in die Flasche transportieren. Dort werden sie auch an den Wein abgegeben.

Stehend oder liegend lagern?

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Weinflaschen mit echten Korken werden in der Regel liegend gelagert. Das hat mit dem Korken zu tun. Damit der Korken die Flasche fest verschließen kann, muss er seine natürliche Elastizität und damit seine Feuchtigkeit behalten. Aufrecht gelagerte Flaschen mit Korkverschluss werden irgendwann undicht, weil der Korken Feuchtigkeit verliert, spröde wird und schrumpft.

Das gilt allerdings nur für natürliche Korken – Kunststoffkorken sind ausgenommen. Weine mit anderen Verschlüssen, wie Plastikkorken oder Schraubverschluss können deshalb immer auch stehend gelagert werden.

Lebenserwartung der Weine

Jeder Wein ist anders. Deshalb unterscheidet sich auch die Lebenserwartung der Weine. Selbst unter den gleichen idealen Lagerbedingungen halten sich manche Weine einfach länger als andere. Wie lange das dauert, hängt einerseits von der Art des Weins ab (und damit von den Inhaltsstoffen), andererseits von der Qualität.

Merke: Je hochwertiger ein Wein ist, desto länger kann er gelagert werden!

Warum ist das so? Je höher der Gehalt an Alkohol, Zucker und Säure ist, desto länger lässt er sich lagern. Bei Rotweinen kommen noch Gerbstoffe als konservierende Inhaltsstoffe hinzu. Wie genau es um die Lagerfähigkeit des Weins bestellt ist, liegt an der Summe der Inhaltsstoffe.

  • Edelsüße Weine wie Trockenbeerenauslesen und Eisweine, die eine frische Säure aufweisen und einen eher höheren Alkoholgehalt haben, sind auch nach 20 Jahren Lagerung noch hervorragend. Sie entfalten ihre Reife und Eleganz erst nach 10 Jahren oder mehr.
  • Hochwertige Rotweine mit hohem Gerbstoffanteil und 13% Vol. oder mehr sind ebenfalls 10 oder weit mehr Jahre haltbar.
  • Weine in Basisqualität, also die durchschnittlichen Supermarktweine, sollten dagegen innerhalb von drei Jahren getrunken werden.
  • Trockene Weine im Premiumsegment halten zwischen fünf und zehn Jahren in einem guten Lager aus.

Je lieblicher und säurebetonter der Wein ist, desto länger kann er aufbewahrt werden.

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Sekt ist auch Wein, oder?

Ja, auch Sekt und Prosecco sind Weine, bei denen Kohlensäure entweder künstlich zugesetzt wurde (Prosecco) oder auf natürlichem Wege entstanden ist (Sekt). Im Gegensatz zu Wein sollte Sekt frisch genossen werden.

Maximal ein Jahr lang lassen sich Sekte lagern. Bei einem guten Winzersekt dürfen es auch mal zwei Jahre werden, ansonsten ist der Sekt jung besser. Denn nur frisch kommen die ausgeprägten Fruchtaromen richtig zur Geltung.

Du siehst: Wein und dessen Lagerung ist eine kleine Wissenschaft für sich. Doch das sollte dich nicht davon abhalten, deine Lieblingssorten zu Hause zu lagern. Lasse dich am besten im Fachhandel beraten oder besuche ein Weinseminar.

Welcher Wein zu welchen Gerichten passt, erfährst du hier.

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