Energie sparen in der Küche

Ohne Strom geht in einer modernen Küche nichts mehr. Ob beim Kochen, Backen, Mixen oder Kühlen. Wir fassen zusammen, wie sich Energie sinnvoll sparen und die Haushaltskasse entlasten lässt.

1. Wasserkocher zum Aufkochen nutzen

Die Nutzung eines Wasserkochers zum Aufkochen von Wasser wird im Vergleich zur Verwendung des Herds oft generell als die bessere Option beschrieben. Das stimmt allerdings nur teilweise. Ob der Wasserkocher die sparsamere Wahl ist, hängt zum einen vom Herd ab, zum anderen von der Wassermenge und von der Effizienz des Wasserkochers.

Energiesparen

Ist eine Küche mit Induktionsherd ausgestattet, können viele Wasserkocher nicht mit dessen Geschwindigkeit und Effizienz mithalten. Bei einem alten Elektroherd mit gusseisernen Platten oder Cerankochfeldern verhält es sich anders. Während moderne Wasserkocher ihren Inhalt teilweise in unter 60 Sekunden aufkochen, benötigen viele dieser Herde bis zu zehn Minuten. Die Stromersparnis liegt dann bei etwa 50 Prozent.

„Wer eine größere Menge Wasser braucht, um zum Beispiel eine große Portion Nudeln zu kochen, sollte das Wasser direkt im Kochtopf erhitzen“ ergänzt der Bayerische Rundfunk (BR) im Beitrag „Wasserkocher oder Kochtopf?“.

Der Grund: Bei größeren Wassermengen muss der Wasserkocher mehrmals in Betrieb genommen und anschließend der Topf auf dem Herd erhitzt werden. Das verursacht doppelte Energieverluste. Zum Erhitzen von etwa 1,5 Litern Wasser für Tee ist der Wasserkocher laut BR-Redaktion jedoch die effizienteste Lösung.

2. Kühlschrank in der richtigen Größe kaufen

Ist ein Kühlschrank überdimensioniert und beispielsweise täglich nur zu 50 Prozent gefüllt, kostet das unnötig Energie. Der Stromverbrauch ist sogar höher als bei einem vollen Kühlschrank, weil die Luft in den freien Zwischenräumen die gewünschte Temperatur schlechter halten kann als bereits gekühlte Lebensmittel.

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„Wenn Du also Deinen vollen Kühlschrank öffnest, etwas rausnimmst und ihn wieder schließt, hat sich nur ein wenig Luft ausgetauscht, aber die kalten Vorräte kühlen diese sofort wieder“, erklärt die Redaktion des Stromanbieters Vegan Strom in einem Ratgeber über weit verbreitete Irrtümer beim Energiesparen.

Das Unternehmen hat sich auf vegane Ökostromquellen ohne potenzielle Tiergefährdung spezialisiert und räumt im Beitrag mit sechs typischen Mythen rund um den Energieverbrauch im Haushalt auf.

Bei einem leeren Kühlschrank entweicht beim Öffnen eine große Menge Kaltluft, die durch zimmerwarme Luft ersetzt wird. Letztere muss das Gerät anschließend wieder energieaufwändig kühlen.

Zur Orientierung: Für 1- bis 2-Personen-Haushalte genügen in der Regel Kühlschränke mit rund 100 bis 140 Liter Nutzinhalt. Jede weitere Person erfordert circa 50 Liter zusätzliches Volumen.

3. Richtig kühlen

Auch die Temperatur spielt bei der Nutzung von Kühlschränken eine entscheidende Rolle für die Stromrechnung. Für Modelle ohne Gefrierfach empfiehlt die Verbraucherzentrale in einem informativen Artikel zum Stromsparen: „Am besten stellen Sie diese Kühlschränke auf eine Temperatur von 7 °C ein. Jeder Grad weniger erhöht den Stromverbrauch um circa 6 Prozent.“

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Für Modelle mit Gefrierfach rät die Verbraucherzentrale die Beachtung der Sterne-Kennzeichnung des Eisfachs. Da sich das bei Tiefkühlprodukten angegebene Mindesthaltbarkeitsdatum immer auf -18 °C bezieht, muss das Gefrierfach entsprechend gut gekühlt sein. Sollen frische Lebensmittel eingefroren werden, würde das nur ein Eisfach mit 4 Sternen schaffen.

4. Kühlgeräte und Wärmequellen trennen

Kühlschränke und Gefrierschränke sollten keinesfalls neben Wärmequellen wie Backofen, Küchenherd oder Heizung platziert sein. Auch Spülmaschinen oder Waschmaschinen sind mit ausreichend Abstand aufzustellen, weil sie ebenfalls Wärme erzeugen, die den Energieverbrauch der Kühlgeräte in die Höhe treibt.

5. Clever backen

Energiesparen

Weil das Vorheizen eine Menge Strom kostet, sollte möglichst darauf verzichtet und Backwaren direkt in den kalten Ofen gegeben werden. Wird die Backzeit angemessen verlängert, ist der Stromverbrauch insgesamt dennoch geringer.

Zudem gilt es, die Restwärme zu nutzen und den Backofen bereits rund fünf Minuten vor Ablauf der offiziellen Garzeit auszuschalten. Bei vielen innovativen Elektrogeräten ist die Restwärme-Nutzung bereits in Automatikprogrammen integriert.

Tipp: Eine Ausnahme bilden Plätzchen und viele andere Kuchen. Viele erfordern das präzise Vorheizen für optimale Ergebnisse.

6. One-Pot Rezepte kochen

Je weniger Töpfe der Herd erhitzen muss, desto sparsamer ist natürlich der Kochvorgang. Besonders spannend für Sparfüchse sind sogenannte One-Pot-Gerichte. Wie der Name vermuten lässt, werden Menüs dabei mit nur einem Topf zubereitet.

Und nicht vergessen: Geschlossene Töpfe senken den Energieverbrauch beim Kochen um bis zu einem Drittel. Deshalb stets einen gut schließenden Deckel auflegen!