Verschiedene Kräuter in der Schale

Seit Jahrhunderten werden Heilpflanzen zur Verwendung in der Küche und für medizinische Zwecke angebaut. Dennoch ist der Gebrauch von frischen Kräutern über die Standardvarianten wie Petersilie, Schnittlauch oder Basilikum in unseren Küchen fast in Vergessenheit geraten.

Küchenkräuter
Kräuter in Körben

Im 14., 15. und 16. Jahrhundert, spielten  Kräuter dagegen eine wichtige Rolle. Da Salz den reichen Bürgern und dem Adel vorenthalten war, waren Kräuer, die es kostenlos in Hülle und Fülle gab, ein fester Bestandteil der Küche.

Vor allem in England, wo die Kräutergarten-Kultur zu dieser Zeit in höchster Blüte stand. Jedes Kloster, jedes Gut und Bauernhof hatte seinen eigenen Kräutergarten. Sie wurden höher geschätzt als Gemüse. lm Laufe der Jahrhunderte entwickelten die Köche die Kunst des Würzens zu immer größerer Vollkommenheit.

Sie erfanden Geschmacksverbindungen, die inzwischen zu vielen klassischen Rezepten gehören. Jede Blume, deren Blätter oder Blütenblätter zum Kochen oder medizinischen Zwecken verwendet werden konnte, galt zugleich als Kraut.

So gab es in den alten Kräutergärten Lilien, Heckenrosen, Ringelblumen, Malven und Levkojen. Die Blütenblätter und -Köpfe wurden unter anderem auch zur essbaren Garnierung von Salaten verwendet.

Die ersten Beispiele geometrischer Kräutergärten mit ihren abgezirkelten Beeten, eingefasst mit Lavendel, Ysop und Rosmarin, entstanden im 16. Jahrhundert in England. Damals wurden Küchen- und Blumengärten erstmals getrennt angelegt.

Die Kräutergärten wurden dadurch entsprechend verkleinert. Ausgerechnet auf den britischen Inseln, dem Eldorado des Kräuteranbaus durch Jahrhunderte, ging in den letzten 150 Jahren das Interesse für Kräuter fast vollständig verloren.

Die Kräuterküche wurde, abgesehen von ein paar Standardgerichten, für die man allenfalls Petersilie, Minze und Salbei brauchte, zunehmend vernachlässigt. Glücklicherweise hielten aber andere europäische Länder stärker an den alten Traditionen fest.

Vor allem in Frankreich war das Vertrauen in die Wirksamkeit der Kräuterheilmittel und Würzkraft der ungeschmälert erhalten geblieben. Die französische, gehobene Küche, ist ohne Fülle verschiedenartiger Gewürzkräuter nicht denkbar. Auch in Italien war der Glaube an die reinigende Kraft vom frischen Kraut vorhanden.

Vor allem im Frühjahr in Form von Tees und Kräutersuppen. In den letzten 10 Jahren stieg der allgemeine Stellenwert in der gesamten internationalen Küche wieder gewaltig an. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sie sich Kräuter vorzüglich für eine leichte, gesunde und zugleich schmackhafte Ernährung eignen.

Sie verfeinern gekochte und ungekochte Speisen und spenden außer Wohlgeschmack und Frische auch noch Vitamine, ohne das Kalorienkonto unnötig zu belasten.

In der deutschen Küche ist die Vielfalt der verwendeten Kräuter in den letzten Jahrzehnten ständig größer geworden. Immer mehr Menschen reisen in fremde Länder und schauen in andere Kochtöpfe. Vor allem die in der Mittelmeerküche anzutreffenden Kräuter erfreuen sich bei uns zunehmender Beliebtheit.

 

Quarkbrot mit frischen Kräutern
Quarkbrot mit frischen Kräutern

Verfasst von

Redaktion

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