Schwangerschaft-ernearhrung

Während der Schwangerschaft gelten besondere Ernährungsregeln. Welche Lebensmittel erlaubt sind und worauf werden Mütter am besten verzichten sollten.

Milch, Fisch und Fleisch: Was ist bei der Ernährung in der Schwangerschaft verboten?

Im Allgemeinen dürfen sich Frauen während der Schwangerschaft genauso ernähren wie zuvor. Einige Lebensmittel sollten aber gemieden werden, weil sie Krankheiten übertragen oder Unwohlsein hervorrufen.

Milchprodukte in der Schwangerschaft

So sollte auf die meisten Milchprodukte während der Schwangerschaft verzichtet werden. Vor allem Weichkäsesorten wie Brie oder Gorgonzola gilt es zu vermeiden. Vorgefertigter Reibekäse und Frischkäsesorten wie Feta oder Mozzarella sind ebenfalls tabu. Erlaubt sind Schnittkäse und frischer Reibekäse am Stück. Unbehandelte Frischmilch sollte ebenfalls gemieden werden.

Der Grund: in Milchprodukten können die sogenannten Listerien enthalten sein. Das sind kleine Bakterien, die Listeriose auslösen und grippeähnliche Beschwerden hervorrufen.

Normalerweise verhindert das Immunsystem schlimmeres, doch während der Schwangerschaft sind die körpereigenen Abwehrkräfte geschwächt. Im schlimmsten Fall drohen Fehl- und Frühgeburten oder ernste Erkrankungen beim Säugling.

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Sich ab und zu mal etwas gönnen muss aber auch erlaubt sein ….

Fisch und Meeresfrüchte

Fisch liefert wertvolle Omega-3-Fettsäuren, die für Mutter und Kind wichtig sind. Allerdings ist auch bei Meerestieren Vorsicht geboten. Einige Seefische sind mit Schwermetall und Quecksilber belastet, andere enthalten Listeriose, die aufgrund der kurzen Garzeit von Fisch nicht abgetötet werden.

Auf Schwertfisch, Steinbeißer und den beliebten Thunfisch sollten werdende Mütter deshalb verzichten. Auch Fischmarinaden wie Rollmops oder geräucherter Hering bleiben besser im Fischregal. Konserven-Fisch wie Brathering oder Hering in Kräutersoße darf auf den Speiseplan.

In Japan wird schwangeren Frauen übrigens gar zum Verzehr von rohem Fisch geraten. Hierzulande hält man sich besser an die Vorgaben der Deutschen Gesundheitsauskunft.

Und Fleisch?

Gut durchgekochtes Fleisch aller Art sowie Kochschinken und Pizza, die nachträglich erhitzte Wurst enthält, sind erlaubt. Mett, Rohwurst und das geliebte Steak medium sind dagegen verboten. Sie können den Toxoplasmose-Erreger enthalten, welcher für das Baby lebensbedrohlich ist.

Hühnersalat
Foto von Katka Pavlickova@unsplash

Obst und Gemüse während der Schwangerschaft

Schwangere Frauen essen für zwei. Der zusätzliche Energiebedarf will durch gesunde Speisen ausgeglichen sein. Dazu zählen Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte. Bei Zucker, Fast Food und Fett gilt Zurückhaltung, auch wenn der Heißhunger einmal überhand nehmen sollte.

Ganz besonders wichtig sind Folsäure, Eisen und Jod. Während Eisen und Jod durch eine ausgewogene Ernährung aufgenommen werden (zum Beispiel durch Fleisch und gesalzene Erdnüsse), muss Folsäure in Form vom Nahrungsergänzungsmitteln zugeführt werden.

Zitrusfrüchte, Tomaten und Spinat enthalten begrenzte Mengen des wichtigen B-Vitamins, allerdings nicht ausreichend, um den Bedarf für Mutter und Kind zu decken. Ein Mangel ist besonders problematisch und kann Fehlbildungen im Nervensystem des Kindes hervorrufen.

Obst und Gemüse

Immer ausreichend trinken

Schwangere Frauen sollten zudem, wie übrigens allen Menschen angeraten, mindestens zwei Liter Wasser pro Tag trinken. Erlaubt sind auch Früchte- oder Kräutertees. Koffein ist in kleinen Mengen erlaubt – wenn der Frauenarzt sein Okay gibt und körperlich ansonsten alles in Ordnung ist.

Schwanger und Alkohol?

Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dennoch weisen wir hier darauf hin: Auf Alkohol sollte während der Schwangerschaft natürlich verzichtet werden! Die Null-Promille-Empfehlung gilt auf der ganzen Welt, denn schon das scheinbar harmlose Glas Wein kann schwere Schäden beim ungeborenen Kind verursachen.

Fazit zur Ernährung in der Schwangerschaft:

Wenige Milchprodukte und keinen Alkohol, dafür viele vitamin- und mineralstoffreiche Lebensmittel: die Gesundheitsempfehlungen für schwangere Frauen sind weltweit ähnlich. Wer sich dennoch unsicher ist, bittet den Frauenarzt um eine Infobroschüre und holt sich Hilfe von befreundeten Müttern.

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